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Wie breit wird die neue Carolabrücke?
Kurze Antwort: Das hängt vom Entwurf ab. CAROLA 3.0 von FHECOR und TSSB architekten ist mit 32,50 Metern der schmalste der vier Entwürfe – rund 2,80 bis 4,25 Meter schmaler als die Mitbewerber.
Stand: 4. August 2026 · Alle Angaben nach der amtlichen Kennwerte-Übersicht der Landeshauptstadt Dresden
Die vier Entwürfe im Breitenvergleich
| Planungsteam | Breite | Anmerkung |
|---|---|---|
| FHECOR + TSSB architekten CAROLA 3.0 | 32,50 m | ein Überbau · schmalster Entwurf |
| LAP + Knight Architects | 35,30 m | zwei getrennte Überbauten |
| GRASSL + gmp Architekten | 35,81 m | zuzüglich je zwei auskragender Kanzeln à 6 m |
| Schüßler-Plan + DKFS | 36,75 m | drei getrennte Teilbauwerke · breitester Entwurf |
Quelle: Landeshauptstadt Dresden, „Kennwerte der Entwürfe" (PDF), verlinkt von der amtlichen Projektseite.
Woraus sich die 32,50 Meter zusammensetzen
Die Maßkette der vierspurigen Variante mit Straßenbahn in Seitenlage, von außen nach innen:
| Kappe außen | 2 × 0,15 m |
| Gehweg | 2 × 3,00 m |
| Radweg | 2 × 2,10 m |
| Sicherheitstrennstreifen | 0,75 m |
| Straßenbahn | 2 × 3,50 m |
| Kfz-Fahrspuren | 4 × 3,25 m |
| Trennung | 0,50 m |
| Gesamt | 32,50 m |
Quelle: Präsentationspläne CAROLABRÜCKE 3.0, Blatt „Querschnitte", veröffentlicht von der Landeshauptstadt Dresden (PDF).
Was passiert, wenn der Stadtrat Fahrspuren reduziert?
Das Fachexpertengremium unter Leitung von Prof. Steffen Marx (TU Dresden) empfiehlt in seiner Begründung ausdrücklich eine Reduzierung der Brückenbreite als wichtigsten Hebel gegen die Kostenrisiken – und stellt fest, dass alle vier Entwürfe das ohne grundsätzliche Änderung ihres Konzepts erlauben.
Bei CAROLA 3.0 ist dieser Fall bereits durchgezeichnet: Vier Querschnittsvarianten – Straßenbahn in Seiten- oder Mittellage, jeweils vier- oder zweispurig – ergeben alle exakt 32,50 m. Die Breite bleibt gleich; was sich ändert, ist die Aufteilung.
Vierspurig
Gehweg 3,00 m · Radweg 2,10 m · vier Kfz-Spuren à 3,25 m
Zweispurig
Gehweg 5,85 m · Radweg 2,50 m · zwei Kfz-Spuren à 3,50 m — bei identischer Gesamtbreite
Die vier Fahrspuren sind keine Entwurfsentscheidung, sondern eine Vorgabe: Der Stadtrat hat sie am 19. Juni 2025 mit der Grundsatzvorlage V0339/25 beschlossen. Die Verwaltung hielt in derselben Vorlage fest, dass verkehrlich zwei bis drei Fahrstreifen ausreichen würden.
Warum die Breite überhaupt so umstritten ist
Der Kfz-Verkehr über die Carolabrücke ist zwischen 2009 und 2022 von 46.800 auf 31.300 Fahrzeuge pro Tag zurückgegangen – ein Minus von rund einem Drittel. Prognostiziert werden künftig 22.000 bis 30.500 Fahrzeuge. Gleichzeitig stieg der Radverkehr auf rund 4.150 Räder pro Tag, und über die Brücke liefen 25 Prozent des gesamten Dresdner Nahverkehrs über die Elbe.
Daraus speist sich die Debatte: Wie viel Fahrbahn braucht eine Brücke, die 2031 fertig wird – und was kostet jeder zusätzliche Meter über Jahrzehnte an Unterhalt? Baubürgermeister Stephan Kühn hat eine überdimensionierte Verbreiterung bereits im Mai 2025 ausdrücklich ausgeschlossen; die SPD-Fraktion fordert seit Juli 2026 offen eine Spurreduzierung.
Für CAROLA 3.0 ist diese Debatte kein Risiko, sondern ein Vorteil: Der Entwurf ist bereits der schmalste, und er liegt für den Fall der Spurreduzierung fertig durchgezeichnet vor.
Der ganze Entwurf.
Bögen, Stadtbalkone, Anbindung beider Elbufer, Filme und der Verfahrensweg bis zur Entscheidung.