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Die Geschichte der Carolabrücke.
An dieser Stelle standen bereits zwei Carolabrücken. Die erste wurde 1895 eröffnet und 1945 gesprengt, die zweite 1971 eröffnet und nach dem Teileinsturz vom 11. September 2024 abgerissen. Der Neubau wäre die dritte.
CAROLA 3.0 ist einer von vier Entwürfen für den Neubau der Carolabrücke in Dresden. In der Bürgerbefragung carolaVOTE lag er am 7. August 2026 mit 38 % auf Platz 1 (25.887 Teilnehmende); Expertengremium und Begleitgremium sehen ihn auf Rang 2 – nichts davon ist bindend. Der Stadtrat entscheidet am 3. September 2026. Alle Zahlen und Termine
Stand: 14. August 2026
Die erste Carolabrücke
Der Bau begann im August 1892, am 3. Juli 1895 wurde die Brücke für den Verkehr freigegeben. Sie trug den Namen der sächsischen Königin Carola von Wasa-Holstein-Gottorp und hieß bis 1918 offiziell „Königin-Carola-Brücke". Über dem Strom spannten sich eiserne Bogenfachwerkträger, in den Vorlandbereichen steinerne Bögen — jener Rhythmus, den Augustus- und Albertbrücke bis heute tragen.
| Baubeginn | August 1892 |
| Verkehrsfreigabe | 3. Juli 1895 |
| Gesamtlänge | 330 m |
| Fahrbahnbreite | 16 m |
| Stromöffnungen | drei, mit zwei Strompfeilern |
| Baukosten | rund 3,09 Mio. Mark |
Am Abend des 7. Mai 1945, einen Tag vor der Kapitulation, sprengten Soldaten der Waffen-SS zwei der drei Stromöffnungen. Die Reste standen noch Jahre in der Elbe; abgetragen wurde die Brücke endgültig erst am 7. März 1952.
Die zweite Carolabrücke
Der Nachfolgebau entstand ab 1967 und wurde am 10. Juni 1971 für den Verkehr freigegeben. Er brach mit der Dresdner Bogenreihe: eine Spannbetonbrücke aus drei nebeneinanderliegenden Hohlkästen, flach und ohne sichtbare Bögen. Von 1947 bis 1991 trug das Bauwerk den Namen Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke, danach wieder Carolabrücke.
| Brückenzug | Breite | Verkehr |
|---|---|---|
| A | 11,65 m | zwei Fahrspuren |
| B | 8,70 m | zwei Fahrspuren |
| C | 11,65 m | Straßenbahn, Rad- und Fußweg |
Zusammen ergaben die drei Züge eine Breite von rund 32 Metern. Das ist bemerkenswert für die aktuelle Debatte: Der Entwurf CAROLA 3.0 liegt mit 32,50 m nur etwa einen halben Meter darüber — und damit unter allen drei Mitbewerbern. Zum Breitenvergleich →
Der Einsturz und seine Folgen
Um 02:58 Uhr brach der Brückenzug C auf einer Länge von rund 108 Metern in die Elbe. Zu dieser Uhrzeit war niemand auf der Brücke. Die letzte Straßenbahn hatte den Abschnitt wenige Minuten zuvor passiert.
- Ursache: wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion an den Spanngliedern. Feuchtigkeit war bereits während der Bauzeit in den Beton gelangt.
- Ausmaß: An der Bruchstelle waren rund 68 Prozent der Spannglieder stark geschädigt.
- Auslöser: ein nächtlicher Temperatursturz nach einer Wärmeperiode, zusammen mit der Belastung durch den Straßenbahnverkehr.
Mit dem Brückenzug rissen zwei Fernwärmeleitungen von je 500 Millimetern Durchmesser. Heißes Wasser lief in die Elbe und auf das Terrassenufer; die Fernwärmeversorgung war bis in den Vormittag unterbrochen. Ein Ersatz über die Augustusbrücke lief bis Ende November 2024.
Die Elbe wurde als Bundeswasserstraße gesperrt — zunächst vollständig, ab Februar 2025 mit angemeldeten Durchfahrten. Erst Mitte August 2025 war sie wieder frei. Das Terrassenufer öffnete am 17. September 2025.
Der Abriss
Im Februar 2025 registrierten Schalldetektoren bei Frost weitere Spanngliedrisse. Die Stadt stufte auch die Züge A und B als akut einsturzgefährdet ein und ließ sie am 12. Juni 2025 kontrolliert zum Einsturz bringen — über zuvor angelegte Sollbruchstellen, nachdem eine Bergung auf Pontons am instabilen Elbgrund gescheitert war.
| Abriss aller drei Brückenzüge | rund 27 Mio. € |
| Sicherung, Verkehrsführung, Zustandserfassung | rund 5 Mio. € |
Angaben der Landeshauptstadt Dresden, Stand Anfang September 2025.
Der Weg zur dritten Carolabrücke
Grundsatzbeschluss
Der Stadtrat beschließt den Ersatzneubau und das Verfahren — eine Mehrfachbeauftragung mit vier Planungsteams statt eines Architekturwettbewerbs.
Vier Entwürfe
Die Teams reichen ihre Vorplanung ein. Die Stadt veröffentlicht Visualisierungen und Erläuterungen. Die vier Entwürfe →
Rangfolge des Expertengremiums
Einstimmige, ausdrücklich nicht bindende Empfehlung.
Ergebnis der Bürgerbefragung
25.887 Teilnehmende; CAROLA 3.0 erreicht 38 % und damit Platz 1. Alle Zahlen →
Der Stadtrat entscheidet
Beschluss über die Weiterbeauftragung eines Planungsteams. Der Stadtrat ist weder an die Bürgerbefragung noch an die Empfehlung des Gremiums gebunden. Wie entschieden wird →
Häufige Fragen zur Carolabrücke
Wann ist die Carolabrücke eingestürzt?
Am 11. September 2024 um 02:58 Uhr. Betroffen war der Brückenzug C auf rund 108 Metern Länge. Es gab keine Verletzten.
Warum ist sie eingestürzt?
Durch wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion an den Spanngliedern. Die Feuchtigkeit war bereits beim Bau in den Beton gelangt; an der Bruchstelle waren rund 68 Prozent der Spannglieder stark geschädigt.
Wie alt war die Brücke?
53 Jahre. Freigabe am 10. Juni 1971, Teileinsturz am 11. September 2024.
Wann wird die neue Carolabrücke gebaut?
Ein Baubeginn steht noch nicht fest. Zunächst entscheidet der Dresdner Stadtrat am 3. September 2026, welches Planungsteam weiterarbeitet. Danach folgen die weiteren Leistungsphasen und die Genehmigungsplanung. Aktueller Stand und Termine →
Und wie geht es weiter?
Seit dem Abriss läuft das Verfahren für den Neubau. Vier Teams haben geplant, der Stadtrat entscheidet am 3. September 2026.