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Zwei Jahre nach dem Einsturz.
Am 11. September 2024 um 2:58 Uhr stürzten rund 100 Meter der Carolabrücke in die Elbe, wenige Minuten nachdem eine Straßenbahn über den Brückenzug gefahren war. Verletzt wurde niemand. Zum zweiten Jahrestag hat das Fachportal ingenieur.de den Fall aufgearbeitet – mit einem Befund, der über Dresden hinausgeht: Die Brücke war regelmäßig geprüft worden, und der Schaden blieb trotzdem unsichtbar.
Was die Ursache war
Nach dem Gutachten der Sachverständigen um Prof. Steffen Marx (TU Dresden) war die Ursache eine wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion der Spannglieder. Verbaut war sogenannter Hennigsdorfer Spannstahl, der bis 1993 in großem Umfang eingesetzt wurde und heute als besonders anfällig für diese Korrosionsform gilt.
Die Schädigung entstand demnach bereits in der Bauzeit 1971: Der Spannstahl war vor dem Einbau längere Zeit ungeschützt Feuchtigkeit ausgesetzt. An der Bruchstelle im eingestürzten Brückenzug C waren am Ende über 68 Prozent der Spannglieder stark geschädigt.
Angaben nach ingenieur.de, 11. September 2026.
Warum die Prüfungen den Schaden nicht fanden
Die Carolabrücke wurde laut dem Beitrag regelmäßig und nach den geltenden Regeln geprüft und zusätzlich messtechnisch überwacht. Die Spannungsrisskorrosion spielte sich jedoch im Inneren der Spannglieder ab und erzeugte kaum äußere Schadensbilder. Nach Einschätzung von Marx lässt sich dieser Prozess mit klassischen Prüfmethoden derzeit nicht zuverlässig erkennen.
Als Ergänzung nennt der Beitrag die Schallemissionsmessung: Sie erfasst die akustischen Signale, die beim Brechen einzelner Spanndrähte entstehen. Am Brückenzug A, der den Einsturz überstand und später ebenfalls abgerissen wurde, war nach dem Einsturz eine solche Anlage installiert worden. Marx fordert, die Beurteilungsmethodik für Brücken ähnlicher Bauart und Bauzeit zu überprüfen.
Angaben nach ingenieur.de, 11. September 2026.
Dresden ist kein Einzelfall
Rund 19 Brücken
derselben Bauart stehen laut ingenieur.de unter besonderer Beobachtung.
Rund 70 weitere
Bauwerke kommen dort nach denselben Angaben hinzu. Bundesweit könnte eine hohe vierstellige Zahl von Brücken potenziell betroffen sein.
Stand 11. September 2026.
Was jetzt an ihrer Stelle entsteht
Am 3. September 2026 hat sich der Stadtrat für den Entwurf CAROLA 3.0 von FHECOR, TSSB architekten und UKL entschieden. Die neue Carolabrücke ist eine Stahlverbundbrücke und damit eine bewusste Abkehr vom Spannbeton der eingestürzten Brücke; statt drei getrennter Überbauten sieht der Entwurf ein zusammenhängendes Bauwerk vor. Der Baubeginn ist für Mai 2028 vorgesehen, die Bauzeit veranschlagt ingenieur.de auf rund zweieinhalb Jahre.
Offen ist, ob ein Vergabekammer-Verfahren den Zeitplan berührt: Ein unterlegener Bieter hat angekündigt, die Vergabekammer des Freistaats Sachsen einzuschalten. Zur Meldung →
Quellen
- ingenieur.de: „Carolabrücke: Was der Einsturz über die Grenzen klassischer Brückenprüfungen zeigt“ – Michael Heeg, 11. September 2026, 7:00 Uhr
- Landeshauptstadt Dresden: „Einsturz und Einsturzursache“ – Projektseite der Stadt
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Aus dem Einsturz wird ein Neubau.
Ende September soll das Planungsteam mit der Planungsstufe 2 beauftragt werden, Anfang 2027 folgt der genehmigungsreife Entwurf.
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Neue Meldungen zuerst. Dem CAROLA 3.0-Kanal auf WhatsApp folgen – die eigene Nummer bleibt dabei unsichtbar.